Obere und Untere Sachsenburg

Die Landschaft unmittelbar am Zufluss der Wipper in die Unstrut und dort, wo die Unstrut die Höhenzüge Hainleite und Schmücke durchbricht, wird als Thüringer Pforte (Porta Thuringia) bezeichnet. Auf dem Wächterberg, einem Bergsporn der Hainleite, stehen Wächtern gleich, die Ruinen der Sachsenburgen. Diese haben eine interessante und wechselvolle Geschichte. Bereits um 500 befand sich auf und um das Gelände der heutigen Unterburg eine Wallburg großen Ausmaßes. Ein Teil der Wallgräben ist heute noch gut sichtbar. Im 12./13. Jahrhundert wurden die Steinburgen errichtet, die noch als Ruinen erhalten sind.

Die Untere Sachsenburg ist auch als Hakenburg bekannt und nur mehr eine Ruine in der Gemeinde Oldisleben. Erhalten geblieben sind bis heute der 22 Meter hohe Bergfried, die Ringmauer und der Keller. Das genaue Baudatum der Burg ist bis heute unbekannt. Erbaut wurde sie zur Sicherung des Zugangs zum zentralen Thüringer Becken. Hier verlief eine wichtige Handelsstraße zwischen dem Südharz und dem Thüringer Becken. In der Nähe der Unteren Sachsenburg wurden Salz, Kupfer und Silber abgebaut und mit diesen Rohstoffen gehandelt. Forschungen lassen darauf schließen, dass der Graf Siegfried von Anhalt 1247 die Untere Sachsenburg besetzte und zur Verstärkung zusätzlich die Obere Sachsenburg konstruieren ließ. In der Folge kam es zu Auseinandersetzungen mit den Markgrafen von Meißen, die die Streitigkeiten gewannen und die Hakenburg besetzten. An die Grafen von Hohnstein fiel die Burg im Jahre 1316 durch die Vermählung Dietrich von Hohnstein und Sophia von Anhalt. Nach Streitigkeiten mit dem Landgrafen Friedrich I. mussten die Hohnstein die Burg an ihn abtreten. Durch eine weitere Hochzeit wechselte die Hakenburg erneut den Besitzer und war zwischen 1335 und 1407 in den Händen der Grafen von Beichlingen, bevor sie Eigentum der Landgrafen von Thüringen sowie Herzöge von Sachsen wurde. In der Folge war die Untere Sachsenburg bis 1815 Amtssitz. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Burg zu einer Gaststätte umgebaut, die sie bis 1945 bliebt. Seit 2002 ist die Burgruine im Besitz der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.

Der 1992 gegründete Sachsenburgenverein hat mit hohem Engagement in vielen Stunden teilweise verschütteten Anlagen freigelegt und gesichert, um sie für Besucher begehbar zu
machen. Seit 2002 gehören die Burgen zur „Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten“.
Am letzten Sonntag im April, Pfingstsonntag, und am Tag des offenen Denkmals sind Vereinsmitglieder vor Ort, sodass auch eine Turmbesichtigung möglich ist.
Führungen für Gruppen sind auch außerhalb dieser Zeit (nach Voranmeldung) möglich.

Kontakt

Sachsenburgenverein e.V.

Doris Röse

Karl-Marx-Straße 1a

06577 An der Schmücke OT Oldisleben

Tel.:034673/98474

kontakt@sachsenburgenverein.de

www.sachsenburgenverein.de