ScottyScout Reiseblog “Auf dem Unstrutradweg durch das Thüringer Becken”

Auf dem Unstrutradweg durch das Thüringer Becken

ScottyScout im Gespräch mit Peter Leischner

Peter Leischner ist Diplom-Ingenieur und entwickelt unter anderem Rad- und Wanderwege im Auftrag von öffentlichen Trägern. Er ist in Sömmerda an der Unstrut aufgewachsen. An der Entwicklung des Unstrutradwegs ist er von Anfang an beteiligt:

Flüsse bieten sich ja bekanntlich für Radreisende an. Die Unstrut mit ihrer Quelle im thüringischen Eichsfeld und der Mündung in die Saale bei Naumburg in Sachsen-Anhalt verläuft von West nach Ost. Da hat man den Wind im Rücken. Allerdings gab es nach der Wende kein für Radfahrer brauchbares Netz an Wegen entlang der Unstrut. 1997 hat sich dann eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, die den schrittweisen Ausbau des Unstrutradwegs voran gebracht hat.

Das Besondere am Unstrutradweg ist vielleicht, dass er vermeintlich nicht besonders ist. Da liegt die Schönheit im Detail – in den typischen thüringischen Städten entlang des Weges, wie das mittelalterliche Mühlhausen oder Bad Langensalza. In Mühlhausen bleibt ein Spaziergang auf der Stadtmauer oder eine Einkehr in einem historischen Fachwerkhaus lange im Gedächtnis. Und die vielfältigen Parks von Bad Langensalza sind grüne Besuchermagnete – von der gestalterischen Harmonie im Japanischen Garten über die Farbenpracht im Rosengarten, die Vielfalt der Pflanzen in Arboretum und Botanischem Garten bis hin zum Apothekergarten direkt an der Salza. Aber auch Sömmerda, welches sich ab dem 19. Jahrhundert zur Industriestadt entwickelte, ist ein Abbild der Region: Neben neuzeitlichen Wohnblöcken gibt es dort nach Mühlhausen die zweitlängste noch erhaltene Stadtmauer Thüringens.

Die ersten zwei Drittel des insgesamt 190 Kilometer langen Radwegs verlaufen fast zu hundert Prozent durch das Thüringische Becken – da steht kein Berg im Weg. Im letzten Drittel Richtung Naumburg wird es dann spektakulärer, mit steilen Berghängen rechts und links des weiter eben verlaufenden Radweges, Weinbergen, Klöstern und dem UNESCO Welterbe Naumburger Dom. Also genau die richtige Dramaturgie für eine Radtour an einem verlängerten Wochenende: Zuerst die Weite der Landschaft und dann die Enge eines eingeschnittenen Flusstals.

Der Unstrutradweg ist für solche geeignet, die entspannt eine Region im Detail kennenlernen wollen. Auch zu Familien passt  der Radweg. Es müssen keine Berge überwunden werden und manch Kleinod entlang des Weges bietet Anlaufpunkt, auch mal vom Rad abzusteigen.

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Quelle: ScottyScout