Roßleben

Die erste urkundliche Erwähnung findet Roßleben zwischen 881 und 899. Im Jahr 1140 wurde das Augustiner-Mönchskloster und die Andreaskirche durch den Graf Ludwig von Wippra und seine Frau Mathilda gestiftet. 1250 wurde das Kloster in ein Zisterzienserkloster umgewandelt. Die Grafen von Roßleben fanden nach den Thüringer Grafenkriegen von 1342 bis 1345 keine weitere Erwähnung mehr und der Wendelstein fiel an die Familie Witzleben, die im Roßlebener Kloster eine Knabenschule einrichten ließen. Im April 1686 brannte Roßleben vollständig nieder, ausschließlich 17 Gebäude blieben übrig. Ein weiteres Feuer im Juni 1770 vernichtete Roßleben ein zweites Mal nahezu vollständig. Verschont blieben die Kirche, die Klosterschule und das Pfarrhaus. Im Jahr 1851 wurde die erste Roßlebener Zuckerfabrik gegründet, die später ein Dampfsägewerk und dann eine Schuhfabrik war. Die zweite Zuckerfabrik entstand 1857, die 1912 von einem Großbrand betroffen war. Im Jahr 1903 begann die Bergbaugeschichte der Stadt. Der Kaliabbau wurde nach einem Laugeneinbruch 1939 aber eingestellt. Während der Zeit des Nationalsozialismus war auch Roßleben nicht verschont von Judenverfolgungen und Gegnern des Regimes. Während des Zweiten Weltkrieges waren viele ausländische Kriegsgefangen in Roßleben zur Zwangsarbeit in der ortsansässigen Industrie gezwungen. Wirtschaftlichen Aufschwung brachte der Wiederaufbau des Kaliwerks ab 1962, welches nach der Wende aber wieder schließen musste. Stattdessen entstand ein Gewerbegebiet. In den Jahren 1992 und 1993 wurde aus der ehemaligen Schuhfabrik ein Bildungszentrun und die Wiederherstellung der Klosterschule abgeschlossen. Erst zum April 1999 erhielt Roßleben das Stadtrecht.