Naumburger Dom St. Peter und Paul

Der Naumburger Dom St. Peter und St. Paul zählt zu den bedeutendsten sakralen Kulturdenkmälern aus der Zeit des europäischen Hochmittelalters und ist der Besuchermagnet an der Straße der Romanik. Mit dem Kreuzgang und den umliegenden Kuriengebäuden bildet er eines der herausragenden Architekturensembles in Mitteldeutschland. Mit der Verlegung des Bistumssitzes von Zeitz nach Naumburg im Jahre 1028 beginnt die Baugeschichte der Naumburger Kathedrale. Der weitgehend in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtete und im 14. Jahrhundert im Osten erweiterte Nachfolgebau birgt die Krypta des ersten Doms (1160/70). Die dreiteilige Kryptenanlage unter dem Ostchor ist der älteste erhaltene Teil des Doms. Sie entfaltet durch die Einbeziehung der Krypta des Vorgängerbaus eine ganz besondere Wirkung. Ein romanisches Kruzifix (um 1160/70) ist in der östlichen Kryptenerweiterung zu bewundern. Der um 1230 geschaffene Ostlettner ist das älteste erhaltene Beispiel eines Hallenlettners.

Weltbekannt ist der Naumburger Dom vor allem durch die Arbeiten des Naumburger Meisters, eines namentlich unbekannten deutschen Architekten und Steinbildhauers. Durch die gotische Kathedralbaukunst Frankreichs inspiriert, schuf er mit dem Westlettner im Dom zu Mainz sein erstes Hauptwerk. In der Mitte des 13. Jahrhunderts gelangte der Meister nach Naumburg, wo er für die Planung, Ausstattung und Ausführung des Westchores verantwortlich war. Die hier geglückte Verbindung von Architektur, Plastik und Glasmalerei ist in ihrer Art einzigartig. Insbesondere faszinieren die Reliefs zur Passionsgeschichte am Westlettner und die zwölf überlebensgroßen Stifterfiguren durch ihre unvergleichliche Wirklichkeitsnähe und individuelle Ausdruckskraft. Vor allem die Stifterfigur Uta vermag jährlich tausende Besucher in ihren Bann zu ziehen.

Hervorzuheben ist auch die Statue der Heiligen Elisabeth von Thüringen in der Elisabethkapelle im Erdgeschoss des Nordwestturms. Sie ist vermutlich die älteste Darstellung der Heiligen in Stein (nach 1235). Im Elisabethjahr (2007) schuf der Leipziger Künstler Neo Rauch drei Entwürfe für Fenster in der Elisabethkapelle. Sie zeigen Szenen aus dem Leben der Heiligen.

Im westlichen Kreuzgangflügel werden im Naumburger Domschatzgewölbe weitere Kostbarkeiten des Mittelalters und der Renaissance der Öffentlichkeit präsentiert. Mit einer Fläche von ca. 285 m² zählt es zu den größten romanischen Gewölben in Mitteldeutschland. Präsentiert werden: Altäre, Tafelbilder, sakrale Plastiken, Urkunden und Handschriften.

Weiträumig schließt sich im Südwesten der Domgarten an, der erst 2011 neugestaltet wurde. Der knapp ein Hektar große Garten vereint alte Teichanlagen, Bastionen der mittelalterlichen Immunitätsmauer sowie die Gärten der ehemaligen Domherrenhäuser. Innerhalb der Parkanlage wachsen im einzigartigen „Garten des Naumburger Meisters“ in natura die heimische Pflanzenwelt, die dem Bildhauer des 13. Jahrhunderts als Vorlage für die Friese und Schlusssteine des Westlettners und Westchores diente.

Im nördlichen Teil des Domgartens befindet sich die KinderDomBauhütte, die Kinder und Jugendliche im Rahmen verschiedener Projekte in die Welt einer mittelalterlichen Bauhütte einführt.


 

Öffnungszeiten:
März – Oktober: Mo – Sa 09:00 – 18:00
So/kirchl. Feiertage 12:00 – 18:00

November – Februar: Mo – Sa 10:00 – 16:00
So/kirchl. Feiertage 12:00 – 16:00

Sonderöffnungszeiten: 24.12. 09:00 – 12:00

31.12. 09:00 -14:00
Einschränkungen durch Trauungen, Taufen, Konzertproben möglich


Kontakt:

Naumburger Dom
Domplatz 16-17
06618 Naumburg
Tel.: 03445-2301133
Fax: 03445-2301134
E-Mail: fuehrung@naumburger-dom.de
Internet: www.naumburger-dom.de