Dingelstädt

Dingelstädt ist einer der ältesten Orte des Eichsfeldes, seine erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 817. Erst 1859 erhebt eine preußische Kabinettsordre den Marktflecken zur Stadt. Den Grund dafür lieferte insbesondere der wirtschaftliche Aufschwung Dingelstädt.  Mit der wirtschaftlichen Entwicklung ging auch eine rege Bautätigkeit einher, die sich bis heute im Stadtbild bemerkbar macht. Neben den großen Fabrikgebäuden sind es gründerzeitliche Wohnhäuser und solche aus den 1920er und 1930er Jahren, die auf das Erblühen von Handwerk und Industrie zurückzuführen sind.

Allerdings haben die verheerenden Stadtbrände in erheblichen Umfang dazu beigetragen, das ursprüngliche Stadtbild zu verändern. So entstanden nach dem Großbrand von 1904 zahlreiche vom Jugendstil geprägte Gebäude, die man in vergleichbar großen Orten in einem solchen Umfang nicht findet.

Nach der politischen und wirtschaftlichen Wende 1989/1990 verschwand ein Großteil der bis dahin existierenden Industriebetriebe und damit eine der Stärken Dingelstädts. Einen beachtlichen Aufschwung nahm das örtliche Handwerk und Gewerbe, traditionell eine Stärke des Eichsfeldes. Auch einige größere Betriebe haben den strukturellen Wandel überlebt, dazu gehört neben der traditionellen Zigarrenfabrikation die Metallverarbeitung.

Die Dingelstädter Altstadt besitzt einige Besonderheiten, die den Reiz dieses Bereiches ausmachen und ihn sogar als  touristisches Ziel interessant erscheinen lassen. Die mit ihren großen Gebäuden beinahe mittelstädtisch anmutende Geschwister-Scholl-Straße mit dem sich nach Norden öffnenden Platz „Bei der Kirche“ gehört ebenso dazu wie das enge Gassengeviert Kerfstraße, die den Marienplatz mit der Wallfahrtskirche „Maria im Busch“ umschließt.

Einmalig dürfte auch das innerstädtische Flutgrabensystem mit der früher oft überschwemmten Grabenstraße sein, die gleichzeitig zahlreiche Grundstücke erschließt. Das Wasser hat in Dingelstädt ohnehin große Bedeutung. Die Lage an der noch schmalen Unstrut hat zum Bau von mehreren Wassermühlen geführt. Einige der alten Mühlgräben haben sich erhalten und erfüllen Ihren Zweck bis heute. Parallel zur tief unten fließenden Unstrut führt einer der Mühlgräben „Am Mühlwehr“ entlang sein Wasser zur Turbine der eindrucksvollen „Großen Mühle“.  Zwischen Doktorgasse und Mühlhäuser Straße entstand dadurch eine kleine malerische Promenade.

Die umgebenden Höhen eröffnen zahlreiche Blicke auf die Silhouette und die Dachlandschaft der Stadt. Neben der Kirche St. Gertrudis ist es vor allem der mächtige Bau des St. Josef Gymnasiums, der das Stadtbild beherrscht. Am westlichen Ortsrand erhebt sich der Kerbsche Berg mit dem früheren Franziskanerkloster .