Allgemein

ALLGEMEIN

Die Unstrut fließt durch die Länder Thüringen und Sachsen-Anhalt. Von ihrer Quelle westlich von Kefferhausen bis zur Mündung in die Saale im Blütengrund bei Naumburg misst die Unstrut 190 Kilometer. Die Unstrut passiert die Städte Dingelstädt, Mühlhausen, Bad Langensalza, Sömmerda, Heldrungen, Artern, Roßleben, Nebra, Laucha und Freyburg. Entlang der Unstrut können Sie entspannt auf dem Unstrutradweg fahren. Ebenso ist die Unstrut ein Paradies für Kanu- und Schlauchbootfahrer. Die Route des Unstrutradwegs und auch des Wasserwegs führt durch abwechslungsreiche Landschaften, wie das Reisersche Tal, das Naturschutzgebiet Unstruttal, die Thüringer Pforte bei Heldrungen und den Naturpark Saale-Unstrut-Triasland mit dem Weinanbaugebiet Saale-Unstrut. Bestaunen Sie entlang des Weges alte Burgen, bedeutende Klöster und Kirchen, schöne Parks, Wassermühlen und historische Museen. Im Freistaat Thüringen können Sie entlang der Unstrut u.a. die historische Altstadt in Mühlhausen, den japanischen Garten in Bad Langensalza, das Schloss Gebesee, Sömmerda, die Wasserburg in Heldrungen oder die Modellbahnanlage in Wiehe besuchen. Bekannte Attraktionen wie die Arche Nebra mit ihrem Besucherzentrum, den Fundort der Himmelsscheibe unweit des Besucherzentrums, sowie die einzelnen Stationen der „Straße der Romanik“ und der „Gartenträume“ erwarten Sie in Sachsen-Anhalt.


Geographie und Geschichte

Der Name Unstrut lautete um 575 „Onestrudis“ und war nur 100 Jahre später bereits dem heutigen Namen ähnlich: „Unestrude“ für „Sumpfdickicht“, was auf das damalige Landschaftsbild schließen lässt. Die Unstrut wird hauptsächlich von 4 größeren Nebenflüssen gespeist. Aus den Höhen des Thüringer Waldes kommt die Gera, vom Südhang der Hainleite die Helbe, aus dem Kyffhäuser-Hainleitegebiet die Wipper udn schließlich die Helme aus dem Südharz. Einschließlich die Zuläufe der Nebenflüsee (z.B. Lossa, Zorge, Thyra, Gonna, Rhone) entsteht ein Wassereinzugsgebiet von 6.217 km². Die Unstrut teilt sich an Verengungen, wie auch in Wundersleben, in mehrere Flussläufe auf.  Dem Fluss kam lange Zeit eine große Bedeutung für die Landwirtschaft zu. Besonders zu Hochwasserzeiten lagert sich Sand, Kalk, Gips, Lehm und Ton in den Tälern ab und bildetet einen fruchtbaren Boden. Als Maßnahme für den Hochwasserschutz wurde 1961 das Rückhaltebecken in Straußfurt fertiggestellt. Auch andere Kommunen entlang der Unstrut betreiben heute Hochwasserschutz.

Des Öfteren stand die Unstrut im Zentrum deutscher Geschichte. 531 wurden die Thüringer vom Heer der Franken und Sachsen in der Nähe von Burgscheidungen geschlagen, was zum Zusammenbruch des Thüringer Reiches führte. 933 besiegte König Heinrich I an der Unstrut bei Riade die Ungarn. In der Kaiserpfalz der Ottonen, Memleben, starben in den Jahren 936 und 973 König Heinrich I sowie Kaiser Otto I der Große. Kaiser Napoleon passierte schließlich 1812 auf dem Rückzug von der Völkerschlacht bei Leipzig mit 100.000 Soldaten das Unstruttal. Im Jahr 1840 schrieb Friedrich Zöllner in Oldisleben an der Unstrut das heute noch immer bekannte deutsche Volkslied „Das Wandern ist des Müllers Lust“.

Die Unstrut sollte schon früh schiffbar gemacht werden. Dazu erließ Kurfürst Georg I von Sachsen 1653 eine neue Wasser- und Mühlenverordnung, die das Gewässer freihalten sollte. 1778 ließ Kurfürst Friedrich August III die Schiffbarmachung der oberen Unstrut durch den Maschinendirektor Mende prüfen. Auf dessen Empfehlungen hin ließ Kurfürst Friedrich August III den Fluss von Bretleben nach Naumburg schiffbar machen. In den darauffolgenden vier Jahren wurden drei Saale- und 12 Unstrutschleusen errichtet. In den Jahren zwischen 1857 – 1865 wurde von Bretleben/ Artern bis Memleben ein Flutkanal erbaut. 1879 wurde Artern an das Eisenbahnnetz angeschlossen und 1889 die Unstrutbahn von Artern nach Naumburg gebaut. Dies ist gleichzusetzen mit dem Ende des Frachtverkehrs auf der Unstrut. Heute ist die Unstrut nicht mehr schiffbar, aber ein Paradies für Touren in Motorbooten, Kanus, Kajaks und Schlauchbooten.